Über uns


In einer Welt voller Elend und Ungerechtigkeit soll eine Gemeinschaft entstehen, in der von der Gesellschaft längst fallengelassene Menschen Hoffnung und neuen Lebenssinn finden und in Harmonie zusammenleben können. Verstossene und verwaiste Kinder sollen in der Pflegefamilie Liebe, Fürsorge und Geborgenheit erfahren, eine Schule besuchen und sich ihren Fähigkeiten entsprechend entwickeln können. Suchtkranke, missbrauchte und misshandelte Kinder sollen erfolgreich rehabilitiert und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.


Island Kids Philippines setzt sich seit 2007 nachhaltig und mit Nächstenliebe für diese Vision sowie für schwerkranke Menschen aus ärmsten Verhältnissen ein. Als Initiant des Hilfswerkes will ich interessierten Menschen Einblick in unsere tägliche Arbeit und die damit verbundenen Probleme, Schicksalsschläge, Erfolge und Glücksmomente geben - ich will Sie an unserer Geschichte teilhaben lassen.




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Friday, September 2, 2011

Steiler Weg hin zur Transformation

Kürzlich war ich in der Hütte von Rociel Quidlat, einem Mädchen, das mit 14 Jahren schwanger wurde und danach bei uns die Schule abbrach. Rociel war kurz zuvor in unserem Center und bat mich um Hilfe. Jillian, ihre stark unterernährte, fünf Monate junge Tochter, lag mit Lungenentzündung und Atembeschwerden im „Duian“, einer Art Hängematte. Vor der Hütte brannte ein Abfallhaufen, und als ich die Hütte betrat, stand ich in dichtem Qualm, sodass selbst ich husten musste. Die ebenfalls sehr junge Grossmutter schaukelte das Kind hin und her und rauchte dazu Zigaretten. Als ich dies sah, verlor ich einmal mehr die Fassung (Details werde ich hier nicht erläutern). In diesem Moment hätte ich am liebsten gesagt, schaut selber und handelt endlich verantwortungsbewusst. Doch der Anblick des kleinen unschuldigen Kindes und letztendlich auch das Mitleid mit den beiden Frauen liess mir keine andere Wahl, und so verbrachte ich meinen Abend einmal mehr im Spital. Dabei führte ich jedoch ernsthafte Gespräche mit Rociel in Sachen Familienplanung, Verantwortungsbewusstsein und Gesundheitsprävention. Solche Ereignisse sind leider an der Tagesordnung und längst nichts mehr Besonderes. Es ist die Realität und wer in einer solchen Realität aufwächst, ändert sich nicht von einem Tag auf den anderen. Das oft destruktive Verhalten der Slumbewohner ist das Resultat von fehlender Bildung, fehlender Wertschätzung des eigenen Lebens und fehlender Lebensperspektiven. Auf einen Nenner gebracht ist es Armut in allen Lebensbereichen. Dabei wollen wir niemandem, weder dem Staat noch den Armen selbst, die Schuld geben – denn letztendlich sind wir alle daran schuld. Vielmehr wollen wir die Menschen konstruktiv ermutigen und befähigen, ihre Situation aus eigener Initiative und mit eigener Kraft – vielleicht auch mit etwas Hilfe - zu verändern. Es ist nicht unser Ziel, auf immer und ewig „Helfer“ zu bleiben. Die Transformation der Bewohner, allen voran der Kinder in unserem Programm, ist unser Ziel. Die Menschen unserer Community sollen Eigenverantwortung übernehmen, sich selbst helfen und einmal ganz auf eigenen Beinen stehen können. Mädchen und Jungs von der Mülldeponie sollen zu verantwortungsbewussten Eltern, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen, Krankenschwestern, Handwerkern usw. heranwachsen und ihren Familien, ihrer ganzen Community und schliesslich anderen bedürftigen Menschen ebenfalls bei deren Transformation helfen. Ganzheitliche und nachhaltige Entwicklungsarbeit. Die Transformation eines ganzen Armenviertels, hin zu einer Gemeinschaft mit einem bescheidenem aber ausreichenden Lebensstandard in einer sauberen, familienfreundlichen Umgebung, ohne Alkohol- und Drogensucht, ohne Kriminalität, ohne Gewalt in der Familie, mit Schulbildung und Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen ist ein langer Prozess. Das „Shalom“ der Gemeinschaft, die Harmonie der Menschen untereinander und im Umgang mit ihrer Umgebung beginnt mit dem gemeinsamen Traum, gemeinsamen Zielen und gemeinsamen Taten. Der Weg hin zu dieser positiven Verwandlung ist steil und nicht selten sehr frustrierend. Umso wichtiger ist es, dass unser Team und unsere Kids sowie die Menschen der Community, welche ihre Augen nicht verschliessen sondern die Wahrheit bereits erkannt haben, fest zusammenhalten. Der Glaube daran, dass wir nicht zufälligerweise, jedoch aber als Teil von Gottes Plan in diese Community gekommen sind, gibt uns allen die Kraft, nicht von unseren Zielen abzulassen.

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