Über uns


In einer Welt voller Elend und Ungerechtigkeit soll eine Gemeinschaft entstehen, in der von der Gesellschaft längst fallengelassene Menschen Hoffnung und neuen Lebenssinn finden und in Harmonie zusammenleben können. Verstossene und verwaiste Kinder sollen in der Pflegefamilie Liebe, Fürsorge und Geborgenheit erfahren, eine Schule besuchen und sich ihren Fähigkeiten entsprechend entwickeln können. Suchtkranke, missbrauchte und misshandelte Kinder sollen erfolgreich rehabilitiert und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.


Island Kids Philippines setzt sich seit 2007 nachhaltig und mit Nächstenliebe für diese Vision sowie für schwerkranke Menschen aus ärmsten Verhältnissen ein. Als Initiant des Hilfswerkes will ich interessierten Menschen Einblick in unsere tägliche Arbeit und die damit verbundenen Probleme, Schicksalsschläge, Erfolge und Glücksmomente geben - ich will Sie an unserer Geschichte teilhaben lassen.




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Sunday, June 26, 2011

Neue Medizinische Notfälle

Seit 10 Tagen unterstützen wir eine 27 jährige Mutter von drei Kindern. Vivian Reyes begab sich wegen starken Bauchschmerzen ins City Hospital. Da es dort keinen Ultraschall gibt, konnte anfänglich keine genaue Diagnose gestellt werden. Nach vier Tagen war ihr Zustand hoch kritisch. Ihre Familie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ihre drei Schweine verkauft und nun keine Mittel mehr zur Verfügung. Die ältere Schwester von Vivian kam weinend in unser Center und gab an, dass ihre Schwester im Sterben liege. Zusammen mit einer unserer Mitarbeiterinnen begab ich mich darauf ins City Hospital. Der Bauch von Vivian war aufgeblasen und ihre Augen sowie ihre Haut waren stark gelbverfärbt. Sie war rastlos, kippte ihren Kopf pausenlos von einer Seite zur anderen und sprach unverständliche Worte. Der behandelnde Arzt erklärte uns, dass die Diagnose „Ascending Cholangitis“ secondary to „Choledocholithiasis“, sowie eine schwere, bilaterale Lungenentzündung sei. Zwei grosse Gallensteine hatten den Ausgang von Leber und Gallenblase vollkommen verstopft, sodass sich die ganzen Abfallstoffe von Leber und Gallenblase stauten und nicht mehr ausgeschieden werden konnten. Die Gallenblase wurde dadurch aufgeblasen wie ein Ballon und drohte jeden Moment zu platzen, was in Vivians Zustand zum Tode geführt hätte. Vivian war bereits stark septisch (Blutvergiftung) und ihr drohte multiples Organversagen. Sie musste dringend notoperiert und in ein ICU (Intensiv Care Unit, Intensivstation) verlegt werden. Beides war im City Hospital nicht möglich. Abklärungen im Provincial Hospital ergaben, dass dort – wie immer –  weder ein freier OP noch ein freier ICU-Platz zur Verfügung standen. Unsere Entscheidung war hier einmal mehr eine Entscheidung auf Leben und Tod. Um die junge Mutter nicht sterben zu lassen, entschied ich, sie ohne weiteren Zeitverzug ins Privatspital zu verlegen und dort umgehend die Notoperation durchführen zu lassen. Selbst bei einer Verlegung war ein Überleben nicht sicher, hätten wir sie jedoch nicht ins Privatspital verlegt, wäre sie noch am gleichen Tag ihrer Krankheit erlegen. Im Privatspital wurde unverzüglich die erste Operation durchgeführt. Dabei wurde ein Schlauch als künstlicher Gallenblasenausgang verlegt. So konnten die aufgeblasene Gallenblase entleert und die Abfallstoffe von der Leber wieder ausgeschieden werden. Die Hauptoperation, wobei die Steine sowie die ganze Gallenblase entfernt werden, konnte aufgrund des kritischen Zustandes nicht durchgeführt werden. Was ihre Situation zusätzlich bedeutend erschwerte waren ernsthafte Herzprobleme (instabiler Blutdruck, Wasser, viel zu hohe Herzfrequenz). Vivian schwebte für sechs Tage in Lebensgefahr. Sie musste intubiert werden, erhielt vier Antibiotika gleichzeitig verabreicht und wurde mit zahlreichen weiteren Medikamenten behandelt. Dank Mithilfe der Ärzte konnten die Behandlungskosten sowie die Kosten für die Operation möglichst tief gehalten werden. Dennoch sehen wir uns täglich mit Ausgaben (vorwiegend für Medikamente) von rund CHF 800.- konfrontiert. Die Gesamtbehandlungskosten werden auf zirka CHF 13‘000 geschätzt. Während wir Vivian unterstützen, helfen wir gleichzeitig vier Babies im öffentlichen Spital. Drei von ihnen leiden an Lungenentzündung und eines an Denguefieber. Weiter versuchen wir einem dreijährigen Jungen mit einem Loch im Herzen zu helfen. Er benötigt möglichst rasch eine Herzoperation, welche nur im Heart-Center, in der Hauptstadt Manila, durchgeführt werden kann. In seinem speziellen Fall haben wir noch Zeit; es ist also kein absoluter Notfall. Wir helfen seinen Eltern deshalb dabei, beim Philippinischen Lotteriefonds um Hilfe zu bitten. Die Familie ist nächste Woche zu einem Interview eingeladen und hat gute Chancen, dass der Lotteriefonds einen Grossteil der Kosten, wenn nicht gar die ganzen Kosten, tragen wird. Diesen Erflog verdanken wir unserer über siebzigjährigen Sozialarbeiterin, die sehr gute Beziehungen hat und, sofern eben genügend Zeit bleibt, immer ein Maximum herausholen kann. Die Operation des Jungen wird CHF 25‘000.- kosten. Weiter wollen wir der  9 jährigen Aliyah Montoya helfen. Sie leidet an massiver „Keloidbildung“ im Gesicht - eine Gesichtshälfte ist bereits völlig entstellt und die halbe Nase fehlt. Die Krankheit kann durch einen operativen Eingriff im Gesicht geheilt werden. Auch im Fall Aliyah bemühen wir uns um lokale Mittel. Dies ist jedoch eher aussichtslos, da ihre Krankheit nicht lebensgefährlich ist.

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